Sebastian Pufpaff

Vom Malte zum Pufpaff

Das Ganze fing am 15. September 1976 in Troisdorf an, als ich mit Blaulicht in die Kinderklinik gefahren wurde. Verdacht auf Gelbsucht. Für meine Mutter, Mitglied in der FDP, war ein blau-gelbes Kind durchaus ein Zeichen. Darüber lachen konnte sie jedoch erst sehr viel später.

Im Jahre 2004 verschaffte sich zum ersten Mal meine Leidenschaft lautstark Gehör. Bei einem Comedy-Workshop in Köln wollte ich wissen, ist Witzigsein ein Ausweg? Es war kein Ausweg, es war der Einstieg. Zusammen mit Henry Schuman und Maxim Hofmann gründeten wir kurze Zeit später das legendär unbekannte und doch irgendwie schon mal gehörte Trio Das Bundeskabarett. Wie in jeder guten Dreierbeziehung wechselte auch bei uns der Partner und ab 2007 wurde der kongeniale Musiker Martin Zingsheim unser Mann am Klavier. Es folgten wunderbar durchgeknallte Touren mit Erfahrungen, die keine Seifenoper darstellen würde. Ob vor sechs Zuschauern im Konzertsaal oder auch mit Fischvergiftung auf der A9, ich empfehle jedem die Tortur des Armseins und ein Leben als Ensemblemitglied (jedenfalls für absehbare Zeit), denn die Erfahrungen sind unbezahlbar. Es relativiert alles. Wir haben viel gespielt und noch mehr gelernt. Niemand kann einem das Kabarett besser beibringen, als das Publikum und so blicke ich nickend und grinsend zurück, auf ein paar echt bekloppte Jahre.

Der Wendepunkt: Mitten in einer McDonalds-Filiale klingelte 2010 mein Telefon und ich wurde Teil folgenden Dialogs:

Sebastian Pufpaff
Hallo, hier ist Rainer Pause vom Pantheon
...
Hallo, Sebastian, kannst Du mich hören?
Hallo Herr Pause, ja ich ....
Sach Rainer.
Hallo Rainer, ja ich kann.
Gut, was hältst Du davon, beim Prix Pantheon aufzutreten?


Wenn eine Kuh grinsen könnte, so sah ich aus.

Wie sieht das Leben eines Kleinkunstkünstlers aus? Arm, auf der Suche und gefährlich nah am Alkoholismus. Man muss schon ordentlich einstecken können, um die Ochsentour durchzustehen. Viele Bühnen lehnen junge Künstler grundlos ab. Die eigene Existenzangst überwiegt die des Künstlers.

Die Teilnahme am und glücklicherweise auch der Gewinn des Prix Pantheons war die Chance, das verkrustete System der Nachwuchsförderung, besser bekannt als Nachwuchsbehinderung, zu durchbrechen. Dank des Publikums darf ich mich jetzt vollends meiner Leidenschaft und meinem Beruf widmen. Aus dem Malte wurde der Pufpaff und das soll auch noch einige Zeit so bleiben.

Beste Grüße
Euer Pufpaff

Link zur Künstlerwebsite: www.pufpaff.de

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